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Glockenbeiern des LZ Schiefbahn

 Man mag überlegen welchen Zusammenhang die Feuerwehr mit einer Jahrhunderte alten Tradition hat.

Die Teilnahme an der Fronleichnamsprozession ist für einige Kameraden ein wichtiger Termin im Jahreslauf des Löschzuges Schiefbahn. Wenn das Allerheiligste unter starker Anteilnahme der Bevölkerung durch Schiefbahns Straßen begleitet wird, erklingen seltsame Glockenklänge vom Kirchturm der St. Hubertus Kirche. Viele Bürger bemerken sie gar nicht. Einige meinen, das gewohnte Glockengeläut, das die Gläubigen üblicherweise zum Gottesdienst ruft, ist schon wieder defekt. Nur wenige wissen, was dort vor sich geht.
Heinz Grundmanns und Dr. Ludwig Hügen erweckten 1987 eine Jahrehunderte alte, in Schiefbahn 28 Jahre vorher vergessene Tradition wieder zu neuem Leben. In den letzten Jahren haben sich Rolf Manser und einige Kameraden des Löschzuges Schiefbahn dieses Brauchtums angenommen.
 
 

Beim Beiern werden die Glocken nicht schwingend geläutet. Sie werden frei hängend oder schräg blockiert. Die Klöppel werden an den Enden mit Seilen befestigt und bis auf einen geringen Spielraum an den Glockenrand geführt. Durch Ziehen an den gespannten Seilen werden die Klöppel in bestimmtem Rhythmus gegen die Wände der ruhig hängenden Glocken geschlagen. Im Laufe der Zeit haben sich örtlich verschiedene Technicken entwickelt. Die Klöppel können direkt mit der Hand oder mit den Seilen gezogen werden. Durch die Führung der verschiedenen Seilen über

Umlenkrollen oder Winkelhaken kann ein Spieler mit Händen und Füßen gleichzeitig mehrere Glocken bedienen. Dabei kann er sich in Glockennähe oder in einer anderen Ebene des Glockenturms aufhalten.
 
  
 
Der "Beiermann" war meist der örtliche Küster, ein Schützenbruder oder aber auch der Schmied, Dachdecker oder Feuerwehrmann. Dies bestimmte sicher auch die Schwierigkeit der angewandten Technik. Denn beiern kann sehr anstregend sein.
Beiern ist ein Taktläuten, dessen Wohlklang abhängt von der Anzahl der Glocken, deren Tonhöhe, dem Rhythmus und nicht zuletzt dem Geschick des Beiermannes. Je nach Anlass des Beierns, z.b. Fronleichnam, Erstkommunion, Weihnachten, Sylvester oder Kirmes gibt es viele überlieferte Tonfolgen und Texte. Das Schiefbahner Beierlied ist übernommen aus dem benachbarten Büttgen.
Es wäre schön, wenn diese Tradition noch lange weiterlebt. Vielleicht werden einige Leser am nächsten Fronleichnamstag ( am Donnerstag nach dem ersten Sonntag nach Pfingsten ) ihre Ohren spitzen. Oder, ... sich an der Fronleichnamsprozession beteiligen.