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Brandschutzerziehung im Löschzug Schiefbahn

Der § 8 des Gesetzes über den Feuerschutz und die Hilfeleistung in NRW (FSHG) besagt:

,,Die Gemeinden sollen ihre Einwohner über die Verhütung von Bränden, den sachgerechten Umgang mit Feuer das Verhalten bei Bränden und über Möglichkeiten der Selbsthilfe aufklären.”

Diese Aufgabe wurde im Jahr 1992 durch zwei Kameraden des Löschzuges Schiefbahn in eigener Selbständigkeit aufgenommen und eingeführt. Die Kameraden Brandoberinspektor Bernd Kretschmann und Hauptbrandmeister Heinz Coppus (beide hatten zum damaligen Zeitpunkt ihre eigenen Kinder in den hiesigen Kindergärten) wurden durch die Erzieherinnen auf dieses Thema angesprochen. Zu diesem Zeitpunkt begaben sich die Kameraden voller Eifer und Zuversicht in die jeweiligen Gruppen ihrer Kinder und begannen zunächst damit, in einem theoretischen Unterricht die Kinder über die Gefahren im/beim Umgang mit Feuer, das Verhalten bei Ausbruch eines Brandes und das richtige Absetzen des Notrufes bei der Feuerwehr zu unterrichten.

Später kamen die Kinder samt Erzieherinnen zum Gerätehaus und übten das zuvor in der Theorie Gelernte nun in der Praxis. Damit der Spaßfaktor auch nicht zu kurz kam, durften die Kinder im Anschluss dann mit dem Strahlrohr “rumspritzen”. Mit der Zeit kam dieser Unterricht nicht nur bei den Kindern sondern auch bei den Erzieherinnen so gut an, dass dies zur Folge hatte, dass die beiden Kameraden auch über die Kindergartenzeit ihrer eigenen Kinder diese gesetzliche Aufgabe weiter übernahmen und durchführten. Da es nun aber nicht nur bei einer Kindergartengruppe blieb, sondern auch alle anderen Gruppen nun auch von dieser Möglichkeit der KOSTENLOSEN Unterrichtung Gebrauch machen wollten, blieb es nicht bei einer einmaligen Angelegenheit, wie es sich die beiden Kameraden zunächst gedacht hatten. Im Laufe der Zeit wurden die Termine und die daraus resultierenden Stunden, die aufgebracht werden mussten, soviel, dass die beiden Kameraden Verstärkung aus den eigenen Reihen suchten.

Ab 1997 verstärkte Oberbrandmeister Bernd Ihlenfeld das Team. Nach einer ersten Eingewöhnungsphase wurde diese zusätzliche Aufgabe mit Eifer übernommen und hält auch noch bis heute an. Bis zum heutigen Tage übernehmen mehrere Kameraden des Löschzugs Schiefbahn diese wichtige gesetzliche Aufgabe und führen dieses Jahr für Jahr zwischen Ostern und den Sommerferien durch. Da auch bei den Kameraden die berufl iche Belastung und Beanspruchung nicht ab- sondern stetig zunimmt, wurde im Jahr 2008 damit begonnen, den theoretischen Teil der randschutzerziehung auf die Erzieherinnen zu übertragen, da diese ein besseres Handling in der Erziehung und auf dem Gebiet der Pädagogik besitzen. Im Rahmen einer sogenannten Projektwoche werden durch die jeweiligen Erzieherinnen die Vorschulkinder im Umgang mit Feuer, Absetzen des Notrufes und das richtige Verhalten im Brandfall geschult. Im Anschluss daran steht nach vorheriger Terminabsprache der Besuch im Feuerwehrgerätehaus des Löschzugs Schiefbahn an.

Dort wird dann zunächst nach einer Begrüßung das zuvor theoretisch Erlernte abgefragt und praktisch geübt. (Aufgaben der Feuerwehr, Verhalten im Brandfall, Absetzen des Notrufes). Danach wird den Kindern gezeigt, wie ein Feuerwehrmann (SB) alarmiert wird und sich für den Einsatz ausrüstet.

Dazu zieht ein Feuerwehrkamerad seine persönliche Schutzausrüstung, bestehend aus Feuerwehrschutzstiefel, Feuerwehrschutzanzug (Überhose und Überjacke), Feuerwehrschutzhelm mit Nackenleder und Feuerwehrschutzhandschuhen, an. Zusätzlich zu der vorgenannten Ausrüstung rüstet sich der Feuerwehrmann(SB) noch mit einer Atemschutzmaske und mit einer Flammschutzhaube (zum Schutz der noch nicht bedeckten Gesichtspartien Ohren,Wangen-) aus. Anschließend wird noch ein umluftunabhängiges Atemschutzgerät, der Pressluftatmer, angezogen. Neben all diesen Sachen führt der Feuerwehrmann dann noch ein Funkgerät, eine Feuerwehrleine, Brandfl uchthauben, eine Feuerwehraxt sowie eine Taschenlampe mit. Diese nun mitgeführte Einsatzausrüstung wiegt insgesamt ca. 30 Kilogramm, die der eingesetzte Feuerwehrmann (SB) ZUSÄTZLICH zu seinem eigenen Körpergewicht mittragen muss. Aus diesem Grund ist es auch wichtig, das Feuerwehrmänner körperlich fit sind!

Nachdem sich der Feuerwehrmann nun angezogen und demonstriert hat, wie sich die Feuerwehr in dunklen und verrauchten Räumen fortbewegt, geht es nach dieser Vorführung in die Fahrzeughalle, wo den Kindern ein Löschfahrzeug und die darauf befindliche Ausrüstung gezeigt wird. Im Anschluss daran geht es auf den Hof, wo die Kinder dann zum Abschluss mit einem Strahlrohr spritzen dürfen. Mittlerweile werden jedes Jahr aus allen Kindergärten in Schiefbahn die Vorschulkinder in den o.g. Maßnahmen unterrichtet. Und BIS JETZT wurde in Schiefbahn auch kein Kind bei einem Zimmer- oder Wohnungbrand verletzt oder gar getötet. Dies ist alles dem Verdienst und den Bemühungen der Kameraden des Löschzugs Schiefbahn zu verdanken, die IHRE Freizeit unentgeltlich zum Schutz und Wohle der Bevölkerung opfern!

Verhaltensregeln für Kinder:

Was tue ich, wenn es brennt?

  • ich bringe mich und andere in Sicherheit / sage anderen Bescheid, dass es brennt
  • ich hole sofort einen Erwachsenen
  • ich rufe die Feuerwehr an
  • ich hebe den Telefonhörer ab
  • ich wähle 112 Es meldet sich die Feuerwehr

Ich sage der Feuerwehr:

  • wie ich heiße
  • wie meine Telefonnummer lautet
  • wo es brennt (die Adresse, wo auch genau, eventuell sogar mit Angabe der Etage und wo die Wohnung sich befindet – rechts, links oder mittig – bei Mehrfamilien- bzw. Hochhäusern)
  • was brennt
  • ob und wie viele Menschen oder Tiere in Gefahr sind

Ich warte auf Fragen der Feuerwehr (nicht einfach auflegen)

Ich weise der Feuerwehr den Weg

Ein herzliches Dankeschön gilt hier insbesondere folgenden Kameraden des Löschzug Schiefbahn, die sich um die Brandschutzerziehung kümmern: 

Bernd Kretschmann, Bernd Ihlenfeld, Dieter Heyn, Ralf Holzapfel, Dominik Oyen,Benjamin Rutz und Thore Kretschmann